Thomas Mann

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller

    geboren: 6. Juni 1875 in Lübeck gestorben: 12. August 1955 in Zürich


    Der bedeutendste deutsche bürgerliche Autor in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vertrat im Ersten Weltkrieg, v. a. in den "Betrachtungen eines Unpolitischen" (1918), die "deutsche Idee" gegen die westliche demokratische Zivilisation, stellte sich aber danach auf den Boden der Weimarer Republik und gehörte damit zu den wenigen deutschen Künstlern, die den jungen Staat rückhaltlos bejahten und nach außen überzeugend repräsentierten. 1929 erhielt er für sein Romanschaffen, insbesondere die "Buddenbrooks" (1901), den Nobelpreis. Zur Zeit der Machtergreifung befand er sich in der Schweiz und zog es vor, dort zu bleiben. 1936 wurde er ausgebürgert. 1938 emigrierte Mann in die USA, unbestritten als geistiges Oberhaupt der Emigration. In zahlreichen Vorträgen und Radioansprachen bekämpfte er den Nationalsozialismus. Im Roman "Doktor Faustus" (1947) setzt er den Teufelspakt eines Künstlers, der sich dadurch Inspiration erhofft, mit dem "Pakt" zwischen Deutschland und Hitler in Beziehung. Höchst kunstvoll sind reale Ereignisse und Personen in die Handlung verwoben und die Zeitebenen (der Roman spielt vor dem Dritten Reich, der - fiktive - Erzähler schreibt während des Kriegs) miteinander verknüpft. Mann, als Vertreter eines "Weltdeutschtums", stattete seiner Heimat nach dem Krieg nur kurze Besuche ab. 1952 nahm er in der Schweiz Wohnsitz.