Thorak, Josef

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Bildhauer

    geboren: 7. Februar 1889 Salzburg gestorben: 26. Februar 1952 Hartmannsberg (Oberbayern)


    Der anfänglich von Rodin beeinflusste Thorak hatte in den 20er Jahren Erfolg mit neoklassizistischen Skulpturen und Porträtbüsten, für die er 1928 den Staatspreis der Preußischen Akademie der Künste erhielt. Durch monumentale, pathetische Bildwerke, zumeist muskelstrotzende Männer- und hingebungsvolle, "schwerhüftige" Frauenakte in Bronze und Marmor, arrivierte Thorak zu dem neben Breker von den nationalsozialistischen Führern meistgeschätzten und -geförderten Bildhauer. Als Beispiel "gesunder nordischer Erotik" wählte Hitler selbst Statuen von Thorak zur Preisauszeichnung aus und ließ ihm ein riesiges Atelier errichten, in dem Thorak seine überdimensionierten (bis zu 16 m hohen) Heldengestalten für Großprojekte (Reichssportfeld, Autobahnen) schaffen konnte. Der dem nationalsozialistischen Staat überzeugt dienende Thorak wurde nach dem Krieg von einer Münchner Spruchkammer als "unbelastet" eingestuft und konnte anschließend wieder, z. T. in öffentlichem Auftrag, arbeiten.