Tomás Garrigue Masaryk

    Aus Lexikon Drittes Reich

    tschechischer Philosoph und Politiker

    geboren: 7. März 1850 in Hodonín, Mähren gestorben: 14. September 1937 in Schloss Lány bei Prag


    Als Philosophieprofessor an der Universität Prag und Publizist kämpfte Masaryk gleichermaßen gegen deutsche und ungarische Vorherrschaft wie panslawistische Strömungen. Wegen seiner Unterstützung der Alliierten musste Masaryk nach Beginn des Ersten Weltkriegs ins Ausland fliehen, wirkte auf die Einigung der tschechischen und slowakischen Emigranten hin und war maßgeblich an der Errichtung eines selbständigen tschechoslowakischen Staats 1918 beteiligt, dessen erster und mehrmals wiedergewählter Präsident (bis 1935) er wurde. Obwohl sich Masaryk selbst als humanistischer und idealistischer Demokrat verstand, verweigerte er den Sudetendeutschen und anderen nationalen Minderheiten in der Tschechoslowakei die ursprünglich versprochenen Autonomierechte nach Schweizer Muster und förderte so die zentrifugalen Kräfte. Hitler nutzte die Volksgruppenkonflikte später zur Zerschlagung des jungen Staats.