Totenkopfverbände

    Aus Lexikon Drittes Reich

    ("Totenkopf"), bewaffnete SS-Truppe unter SS-Gruppenführer Eicke. Sie bewachte, zunächst SS-Wachverband, ab 29. 3. 36 auch offiziell Totenkopfverbände genannt, die KZ und rekrutierte sich z. T. aus blutjungen Arbeitslosen und Bauern. Schon äußerlich suchte Eicke seine Totenkopfverbände mit dem Totenkopf auf dem rechten Kragenspiegel der dunklen erdbraunen Uniform vom schwarzen Orden der SS als Sondereinheit abzuheben. Sie sollten auf die Häftlinge förmlich "scharf gemacht" (Eicke) und rücksichtslos gehorchende, mitleidlose Vollstrecker des Führerwillens werden. Gelegenheit dazu bekam der Wachverband von Eickes eigenem KZ Dachau bei der Röhm-Affäre am 30. 6. 34: Eicke persönlich erschoss Röhm und wurde am 4. 7. 34 mit der Ernennung zum "Inspekteur der KZ und Führer der SS-Wachverbände" belohnt. Seine brutalisierten Totenkopfverbände wuchsen bis Ende 38 auf vier Standarten mit ca. 9 000 Mann an. Auf sie fiel der Blick des Leiters des Ergänzungsamts im SS-Hauptamt, Berger, als es darum ging, die militärische Verbände der SS-Verfügungstruppe (VT) aufzustocken. Teile der Totenkopfverbände wurden aus dem KZ-Dienst gelöst, Polizeiverstärkungen aus der Allgemeinen SS traten an ihre Stelle und die Totenkopfverbände bildeten nun mit VT und Junkerschulen die Waffen-SS. Schon am 1. 11. 39 schuf Eicke aus den Totenkopfverbänden und Teilen der Polizeiverstärkungen die SS-Division "Totenkopf". Sie zeichnete sich in der ohnehin nicht zimperlichen Waffen-SS durch überharte, inhumane Kriegführung aus; auf ihr Konto gingen nicht wenige Kriegsverbrechen. Die unbestritten großen soldatischen Leistungen der Totenkopfverbände wie etwa die Sprengung des Kessels von Demjansk im Frühjahr 42 traten dahinter zurück.