Treuhänder der Arbeit

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (Reichs-Treuhänder der Arbeit), Mitglieder einer dem Reichsarbeitsminister unterstellten Reichsbehörde zur "Wahrung des Arbeitsfriedens". Mit Gesetz über Treuhänder der Arbeit vom 19. 5. 33 etabliert, erhielten die Treuhänder der Arbeit im Arbeitsordnungsgesetz vom 20. 1. 34 ihre Funktion als soziale Lenkungsorgane zugewiesen: Festlegung von Tarifordnungen, Überwachung der Betriebsordnungen, Mitwirkung bei der Bildung der innerbetrieblichen Vertrauensräte, Kontrolle von Kündigungen, insbesondere Massenentlassungen, Anklagevertretung bei Verfahren vor den sozialen Ehrengerichten. Je ein Treuhänder der Arbeit betreute eines der zunächst 14 Wirtschaftsgebiete (bis 1941 auf 22 angewachsen) des Reichs. Die Einsetzung der Treuhänder der Arbeit beendete die Tarifautonomie und wurde von der nationalsozialistischen Propaganda als entscheidender Schritt zur "Überwindung des Klassenkampfes" durch "Ausschaltung aller einseitigen Interessen" gefeiert.