Truppenbetreuung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    von Hinkel im Zweiten Weltkrieg gelenkte Unterhaltungs- und Kulturprogramme für Front- und Etappensoldaten. Sänger-, Tänzer-, Musiker- und Schauspielergruppen wurden zusammengestellt, die per Omnibus oder Eisenbahn an die einzelnen Frontabschnitte oder in die Besatzungszentren in ganz Europa transportiert wurden. Selbst die teuersten Stars mussten diesen Dienst leisten, allerdings seltener, weil daheim für den Film gebraucht, und unter weniger strapaziösen Bedingungen. Besonders hochkarätige Auftritte wurden von den Soldatensendern übertragen, entlegenste Kampfgebiete schaltete man in Konferenz hinzu. Die vom Kriegsalltag zermürbten Soldaten nahmen die meisten Programme der Truppenbetreuung begeistert auf, die daher als Stärkung der Kampfmoral von der Führung besonders gepflegt wurde. Die Akteure der Truppenbetreuung begrüßten ihre Aufgabe, weil sie ihnen Freistellung vom Militär sicherte und Gelegenheit bot zum Einkauf (oder Tausch) von Mangelwaren in den besetzten Gebieten. Die beliebtesten Einsatzorte lagen daher natürlich im Westen. Über die Truppenbetreuung wurde mit René Deltgen und Heli Finkenzeller der Rührfilm "Fronttheater" gedreht, der im Oktober 42 in die Kinos kam, den Erfolg des Streifens "Wunschkonzert" aber nicht erreichte.