Ulm-Kuhberg

    Aus Lexikon Drittes Reich

    frühes nationalsozialistisches KZ (Schutzhaftlager), eingerichtet im November 33 in den Kasematten des ehemaligen Forts "Oberer Kuhberg". Erste Belegung mit etwa 30 "politischen" Gefangenen (meist Kommunisten) aus dem KZ Heuberg; Häftlinge aus dem KZ Ulm-Garnisonsarrestbau, die beim Aufbau des Lagers Kuhberg mitgeholfen hatten, kamen hinzu. Weitere Gegner des NS-Regimes, Pfarrer, Journalisten, Gewerkschaftler u. a., wurden im Laufe der Zeit eingewiesen. Prominentester Häftling in Kuhberg war der Sozialdemokrat Schumacher. Die Häftlinge arbeiteten in einer Reparaturwerkstätte der Wehrmacht auf dem nahe gelegenen Schirrhof, bei Straßen- und Steinbrucharbeiten und in einer Pflanzenschule. Die Wachmannschaft im Lager bestand z. T. aus regulären Polizeibeamten, z. T. aus SA-Angehörigen, die als Hilfspolizisten eingesetzt worden waren. Nach der so genannten Röhm-Affäre (30. 6. 34) wurde das Lager der SS unterstellt. Die Lebensverhältnisse in Ulm-Kuhberg waren schlecht. Die Häftlinge waren in den feuchten und ungesunden Räumen des Forts untergebracht und wurden häufig von den Angehörigen der Wachmannschaft schikaniert und misshandelt. Todesfälle hat es jedoch nicht gegeben. Im Juli 35 wurde Ulm-Kuhberg aufgelöst, und die noch dort untergebrachten etwa 30 Häftlinge brachte man ins KZ Dachau.

    Heute befindet sich auf dem ehemaligen Lagergelände eine Gedenkstätte mit Dokumentationszentrum.