Ulrich-Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Widerstandskämpfer

    geboren: 21. Dezember 1902 Kopenhagen gestorben: 8. September 1944 Berlin-Plötzensee (hingerichtet)


    Studium der Landwirtschaft in München (dabei Erlebnis des Hitlerputschs vom 9. 11. 23) und Breslau, danach Bewirtschaftung seiner Güter in Westpreußen und Mecklenburg. Schwerin von Schwanenfeld, der schon seit der Studienzeit in Kontakt stand mit Yorck von Wartenburg, Trott zu Solz u. a., lehnte den Nationalsozialismus von Anfang an ab und vertrat schon 1935 die These, dass nur ein Attentat auf Hitler Deutschland vor dem Verderben bewahren könne. Nach dem Scheitern erster Putschpläne während der Sudetenkrise ging Schwerin von Schwanenfeld als Offizier zur Wehrmacht und war u. a. bis 1942 Ordonnanz bei Generalfeldmarschall Witzleben, danach als Hauptmann im OKH. Er war eine entscheidende Verbindungsperson zwischen den militärischen und zivilen Widerstandsgruppen. Obwohl er als Konservativer nach geglücktem Staatsstreich eine "Revolution von oben" forderte, trat er auch für eine Bodenreform ein. Noch am Tag des fehlgeschlagenen Attentats vom Zwanzigsten Juli 44 festgenommen, wurde Schwerin von Schwanenfeld am 8. 9. 44 zum Tod verurteilt.