Völkischer Beobachter

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (VB), Ende 1920 erworbenes, ab Februar 23 täglich im Eher-Verlag erscheinendes Zentralorgan der NSDAP, ab 1921 mit dem Untertitel: "Kampfblatt der nationalsozialistischen Bewegung Großdeutschlands". Auch in seiner äußeren Aufmachung als politisches Massenblatt konzipiert (übergroßes Format, Schwarz-Rot-Druck, Illustrationen), stellte der "Völkische Beobachter" in der Kampfzeit neben den Versammlungen das wichtigste Propagandamittel zur Verbreitung der nationalsozialistischen Ideologie dar. Innerparteilich galt er als "Bindeglied zwischen Führer und Gefolgschaft". Verlagsdirektor ab 1922 Max Amann, Hauptschriftleiter ab Juli/August 21 Dietrich Eckart, ab März 23 Alfred Rosenberg. Feste Mitarbeiter wurden Journalisten der Völkischen Bewegung sowie Nicht-Fachleute aus dem engeren Kreis um Hitler. Verbot des "Völkischen Beobachters" nach dem Hitlerputsch, Februar 25 neu gegründet. Hitler selbst zeichnete bis zum 30. 4. 33 als Herausgeber. Auflage 1925: 4 000, 1932: 126 000. Ab Februar 27 gab es neben der Bayern- eine Reichsausgabe, ab März 30 ein Jahr lang eine Berlin-Ausgabe. 1933 wurde in Berlin eine eigene Redaktion und Druckerei errichtet, dort erschien die Norddeutsche Ausgabe.


    Mit dem 30. 1. 33 wurde der "Völkische Beobachter" quasi Regierungsorgan, seine Artikel besaßen offiziellen Charakter. Zur Betonung des universellen Anspruchs erschienen v. a. 1933-38 zahlreiche Beilagen wie "Die deutsche Frau", "Der Filmbeobachter" u. a. Hauptschriftleiter wurde 1938 Wilhelm Weiß. Nach dem Anschluss Österreichs wurde 1938 eine Filiale in Wien errichtet. 1941 wurde in München eine VB-Feldpostausgabe gedruckt. Druckauflage (erheblich höher als die Verkaufsauflage) 1938: 600 000 (410 000 Berlin/Norddeutsche Ausgabe, 150 000 München, 40 000 Wien), 1944: 1,7 Millionen. Letzte Nummer der Norddeutschen Ausgabe: 27. 4. 45; der Süddeutschen Ausgabe: 30. 4. 45.