Vaivara

    Aus Lexikon Drittes Reich

    nationalsozialistisches KZ in Estland, errichtet am 15. 9. 43, belegt zunächst mit Juden aus den Gettos von Wilna und Kowno, später auch mit Juden aus dem damaligen Reichsgebiet, aus Theresienstadt, Polen und Ungarn. Die Belegungszahl schwankte zwischen 1 200 und 2 000 Häftlingen (einschließlich Frauen und Kindern). Die Leitung und Verwaltung des Lagers und seiner Außenkommandos oblag der SS-Dienststelle "Kommandantur Konzentrationslager Vaivara". Die Wachmannschaft bestand aus estnischen Polizisten (der Sipo und dem SD in Reval unterstellt).

    Die Häftlinge wurden beim Holzfällen, der Zementherstellung, bei Transport-, Gleis- und Befestigungsarbeiten und bei der Ölschiefergewinnung (Baltische Ölgesellschaft mbH) eingesetzt. Die Zustände in Vaivara waren – wie im Allgemeinen in den KZ üblich – schlecht. Zahlreiche Häftlinge starben an Unterernährung, Seuchen und an den Folgen von Misshandlungen. Kranke und arbeitsunfähige Häftlinge wurden routinemäßig ausgesondert (auch Kinder) und als "unnütze Esser" erschossen. In den Außenkommandos des Lagers, z. B. Narwa, Kiviöli I und II und Klooga, herrschten ähnliche Zustände. Beim Näherrücken der Front wurden Vaivara und seine Nebenlager 1944 geräumt. Die meisten Häftlinge kamen über das KZ Stutthof in Außenlager des KZ Natzweiler im württembergischen Ölschiefergebiet der Schwäbischen Alb.