Vaterländische Front

    Aus Lexikon Drittes Reich

    am 21. 5. 33 von E. Dollfuß begründete österreichische politische Sammlungsbewegung, die sich gegen Parlamentarismus, Klassenkampf und Anschluss wandte. Die Vaterländische Front erhielt auf dem ersten "Generalappell" am 11. 9. 33 ein austrofaschistisches Programm und als Symbol das Kruckenkreuz. Sie avancierte nach der Ausschaltung der Parteien (Maiverfassung vom 1. 5. 34) zum alleinigen Träger politischer Willensbildung im österreichischen Ständestaat, war in eine Zivil- und eine Wehrfront (1937 Frontmiliz und Sturmkorps) gegliedert und orientierte sich am deutschen und italienischen Vorbild: 1936 entstand ein "Österreichisches Jungvolk", die Kulturorganisation "Neues Leben" wurde als Werk der Vaterländischen Front gegründet, so genannte Volkspolitische Referate sollten die oppositionellen Gruppen, insbesondere die Nationalsozialisten, zur Mitarbeit gewinnen. Das gelang weder unter Starhemberg, der Ende Juli 34 Dollfuß folgte, noch Schuschnigg (ab 14. 5. 36), die auch die Arbeiterschaft trotz massiven Drucks (Anhaltelager) nicht zu integrieren vermochten. Ende der Vaterländischen Front durch den Anschluss (13. 3. 38).