Verfügungstruppe

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (VT), offiziell SS-VT, kasernierte bewaffnete SS-Verbände, entstanden nach den Richtlinien des Reichswehrministeriums vom 24. 9. 34 und nach Weisung vom 14. 12. 34 aus der Leibstandarte-SS "Adolf Hitler" und den Politischen Bereitschaften; Keimzelle der Waffen-SS. Zwar hatte Hitler der Reichswehr zugesichert, sie bleibe "einziger Waffenträger der Nation", doch nach den Erfahrungen der Röhm-Affäre überwog der Wunsch nach einer Staatstruppenpolizei. Immerhin blieben der VT bis zum Krieg Divisionsbildung und schwere Waffen vorenthalten, doch sorgten die Führer unter dem einstigen Reichswehr-General P. Hausser für militärische Ausbildung. Zudem sorgte man für eine Elite-Schulung in den SS-Junkerschulen, von denen der Führernachwuchs der Verfügungstruppe kam. So entstand eine Truppe von nationalsozialistischen Regimewächtern, in der zwar der Typus des Militärathleten dominierte, die aber auch von ideologischem Fanatismus geprägt war. So herrschte in der Verfügungstruppe z. B. eine ausgesprochen antichristliche Haltung, die zu Sammelaustritten aus den Kirchen führte; Ende 38 war schon jeder zweite VT-Soldat ohne Konfession. Die Verfügungstruppe eignete sich vorzüglich für Hitlers Auftrag vom 17. 8. 38, sowohl was "innenpolitische Aufgaben" anging, als auch hinsichtlich der vorgesehenen "mobilen Verwendung im Rahmen des Kriegsheeres". Diese kam mit dem Polenfeldzug, in den die inzwischen gebildeten SS-Regimenter auf die Angriffsarmeen verteilt zogen. Erst danach kam es zum Zusammenschluss mit den Totenkopfverbänden in der Waffen-SS.