Verschollenheit

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Ungeklärtheit des Aufenthalts einer Person. Mit Gesetz vom 4. 7. 39 (RGBl I., S. 1 168) wurden die juristischen Konsequenzen von Verschollenheit geregelt: Zur Klärung der durch die Verschollenheit ausgelösten Unsicherheit der Rechtsverhältnisse war nach im Allgemeinen zehnjähriger Verschollenheitsfrist die Todeserklärung möglich (§ 2). Die Frist sank auf minimal ein Jahr für den Fall der Kriegs- oder Gefahrverschollenheit, also für vermisste Soldaten und für verschleppte Zivilpersonen (§§ 4-8). Für die vom Amtsgericht im Wohnbezirk des Betroffenen auszustellende Todeserklärung waren ein Antrag (Angehörige, Staatsanwaltschaft u. a.) und ein Aufgebotsverfahren vorgeschrieben (§§ 13-18). Eine einmal ausgesprochene Todeserklärung musste für den Fall des Wiederauftauchens des Verschollenen in einem eigens zu beantragenden Verfahren aufgehoben werden (§§ 30-33). Im Gegensatz zu allen anderen Fällen waren Verfahren wegen Kriegsverschollenheit gebührenfrei.