Verstädterung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    von nationalsozialistischen Gesellschaftswissenschaftlern (H. F. Günther, E. Krieck) in negativem Sinne gebrauchte Bezeichnung für das Wachstum der Großstädte, für die Anpassung an städtische Lebensgewohnheiten im ländlichen Raum, für die zunehmende Naturentfremdung des Menschen. Dem großstädtischen Asphalt wurden von den Nationalsozialisten praktisch alle am Kapitalismus und der Republik kritisierten Erscheinungen als Verstädterung zugeordnet, die durch eine mythische "Zurückführung" des Menschen zur Natur, zum "Boden" überwunden werden sollten (Blut und Boden).