Verwaltung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    im Nationalsozialismus ein wichtiges Instrument zur Durchsetzung der politischen Ziele des Regimes. Die Nationalsozialisten zentralisierten die aus der Weimarer Republik überkommene Verwaltungsstruktur durch die Gleichschaltung, so dass insbesondere die bisher selbständigen Landesverwaltungen zum Bestandteil der einheitlichen Reichsgewalt wurden. Neben den staatlichen Verwaltungsorganen hatten in vielen Bereichen Dienststellen der NSDAP Verwaltungsbefugnisse, ohne dass die Kompetenzen immer klar abgegrenzt waren. Die herkömmliche Verwaltung wurde v. a. in zwei Bereichen stark erweitert: zur Organisierung der Wirtschaft im nationalsozialistischen Sinne, insbesondere zur Indienstnahme für Rüstung und Kriegführung, außerdem zur Bekämpfung der politischen Gegner des Systems u. a. durch Einrichtung der Gestapo, des SD und des Reichssicherheitshauptamts. Die Verwaltung unterlag zwischen 1933 und 45 keiner rechtsstaatlichen Kontrolle durch eine unabhängige Justiz. Die Verwaltungsgerichtsbarkeit bestand zwar im Prinzip fort, ihre Kompetenzen waren aber stark eingeschränkt und sie passte sich in allen politischen Fragen den Erwartungen des Regimes an.