Vidkun Quisling

    Aus Lexikon Drittes Reich

    norwegischer Politiker

    geboren: 18. Juli 1887 in Fryresdal, Telemark gestorben: 24. Oktober 1945 in Oslo


    Offizier, 1922-26 beteiligt an Hilfsmaßnahmen für die hungernde sowjetische Bevölkerung, 1927/28 Legationssekretär an der norwegischen Botschaft in Moskau. Zunächst begeistert von der russischen Revolution, wandelte sich Quisling nach seiner Heimkehr (1930) zum radikalen Antibolschewisten und gründete 1933 eine faschistische "Norwegische Volkserhebung", die er später "Nasjonal Samling" nannte. Einen Parlamentssitz konnte jedoch nicht einmal Quisling als Parteivorsitzender erobern. Im Krieg setzte er dann ganz auf die deutsche Karte, wurde am 14. 12. 39 von Hitler empfangen und warnte vor einer britischen Invasion Norwegens. Nach der deutschen Landung (9. 4. 40) rief er zur Beendigung des Widerstands auf und stellte sich dem Reichskommissar Terboven zur Verfügung. Zwar wurde seine Partei zur einzig zugelassenen erklärt und Quisling 1942 zum Ministerpräsidenten einer "nationalen Regierung" gemacht, doch blieb sein Einfluss auf die deutsche Besatzungspolitik unbedeutend. Am 9. 5. 45 wurde er festgenommen und am 10. 9. 45 zum Tod verurteilt. Die internationale Presse machte seinen Namen zur allgemeinen Bezeichnung für Kollaborateur, Landesverräter.