Volk

    Aus Lexikon Drittes Reich

    eines der meistgebrauchten Schlagworte im Dritten Reich mit unterschiedlichen Bedeutungen. Aus dem Althochdeutschen stammend, meinte Volk ursprünglich Kriegerschar, Menschenhaufen und wurde noch im 18. Jahrhundert überwiegend in negativem Sinne als Bezeichnung für das niedere, gewöhnliche Volk zur Abgrenzung gegen die höheren Stände benutzt. Von Philosophen und Schriftstellern der deutschen Romantik wurde der Begriff Volk in neue Sinnzusammenhänge gestellt, auf die sich auch die Nationalsozialisten beriefen:

    1. Volk als "Kern aller Stände", als das Ursprüngliche, als positiver Gegensatz zu der als dekadent eingestuften Kultur des Bürgertums, des Adels, der "Gelehrten" bzw. Intellektuellen; #Volk als politische, kulturelle und sprachliche Einheit, im Sinne von Nation oder Staatsvolk;#Volk als idealistisch oder metaphysisch verklärte Wesenheit, als "erhabene Gemeinschaft einer langen Reihe von vergangenen, jetzt lebenden und noch kommenden Geschlechtern, die alle in einem großen innigen Verband zu Leben und Tod zusammenhangen" (Adam Müller), im nationalsozialistischen Verständnis erweitert zur "schicksalshaften Idee", die sich u. a. in dem von der "Vorsehung" vorbestimmten "Führer" ausdrücke;#Volk als rassische, als "Blutsgemeinschaft"; Volk in dieser Bedeutung wurde von den Nationalsozialisten besonders häufig, auch in den Ableitungen und Zusammensetzungen des Worts, gebraucht.