Volkswagen

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (VW), von Ferdinand Porsche konstruiertes Automobil, das, zu erschwinglichem Preis angeboten, eine Massenmotorisierung in Deutschland einleiten sollte. Dabei verband sich ein Investitionsprogramm für die Industrie mit einer sozialpolitischen Zielsetzung; das Auto verlor seinen Charakter als Statussymbol reicher Leute. Idee und sogar erste Vorstellungen über die (käferförmige) Gestalt des VW sollen von Hitler stammen ("wie ein Maikäfer soll er aussehen; man braucht nur die Natur zu betrachten, um zu wissen, wie sie mit der Stromlinie fertig wird"). Porsches Entwurf eines Autos für vier Personen, mit Hinterradantrieb, luftgekühltem Motor, 100 km/h Höchstgeschwindigkeit, 8 l Verbrauch, zum Preis von 1 000 RM, wurde bereits im Januar 34 vorgestellt, Prototypen fuhren ab 1936 (Limousine, Kabriolett und Rolldeck-Version). Die Automobilindustrie, die den Volkswagen finanzieren und in ihren Fabriken bauen sollte, verzögerte das Projekt. Daraufhin übertrug Hitler die Produktion auf ein eigenes Werk, das 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in der "Stadt des KdF-Autos", dem heutigen Wolfsburg, gegründet wurde. Die Freizeitorganisation Kraft durch Freude (KdF) gab Sparkarten aus ("Fünf Mark die Woche mußt du sparen, willst du im eigenen Wagen fahren!"). Von den 336 000 Bestellern bekam indes niemand seinen Wagen zu Gesicht, der VW wurde nach Kriegsbeginn nur als Kübelwagen für die Wehrmacht gebaut. 1944 kam die Produktion nach schweren Luftangriffen zum Erliegen, wurde aber in der Nachkriegszeit rasch wieder aufgenommen, diesmal mit wirklichen VWs, die als "Käfer" ihren Siegeszug um die Welt antraten. Die KdF-Sparer wurden 1961 mit einem Preisnachlass von DM 600,- bei Neuwagenkauf abgefunden.