Walter Buch

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 24. Oktober 1883 Bruchsal gestorben: 12. November 1949 Ammersee (Selbstmord)


    im Ersten Weltkrieg Major, 1922 NSDAP-Beitritt, August 23 Münchener SA-Führer. Nach der Wiedergründung der Partei (Februar 25) von Anfang an dabei, wurde Buch 1927 Vorsitzender der Uschla (Untersuchungs- und Schlichtungsausschüsse) und 1928 MdR. Nach der Machtergreifung wurde seine Uschla-Funktion zur Position des "Obersten Parteirichters" aufgewertet und ihm der Rang eines SA-Obergruppenführers verliehen. Während und nach der Röhm-Affäre war Buch maßgeblich an den Partei-"Säuberungen" beteiligt. Hatte er anfangs als Schwiegervater die Karriere Bormanns gefördert, so nutzte ihm später diese Beziehung erheblich bei der Festigung seiner Stellung, bis es 1942 zum Bruch kam und Buch an Einfluss verlor. Der radikale Antisemit wurde im Juli 49 von einer Spruchkammer als "Hauptschuldiger" eingestuft und zu Arbeitslager sowie Vermögenseinzug verurteilt.