Walter Frank

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Historiker

    geboren: 12. Februar 1905 Fürth gestorben: 9. Mai 1945 Groß-Brunsrode bei Braunschweig


    Schon in seiner Jugend Mitarbeiter des "Völkischen Beobachters" und fanatischer Antisemit, machte Frank 1923 die Bekanntschaft Hitlers und wurde nach seiner Promotion 1934 Referent der NSDAP "für Fragen des historischen Schrifttums" im Stab von Heß. Obwohl selbst nicht Parteimitglied, gewann Frank großen Einfluss im Dritten Reich: Er wurde am 1. 7. 35 Leiter des "Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands" in Berlin und fühlte sich als "verantwortlicher Führer der deutschen Geschichtswissenschaft", die "im Erkennen und Kämpfen die Seele der Nation formen" solle. 1936 wurde innerhalb des Instituts die Forschungsabteilung "Judenfrage" eingerichtet, die in Konkurrenz geriet zum "Institut der NSDAP zur Erforschung der Judenfrage". Die daraus resultierenden weltanschaulichen und wissenschaftlichen Streitereien, die Frank lärmend inszenierte, ließen seinen Einfluss schwinden, zumal er mit Heß' Englandflug seinen mächtigen Förderer verlor. Bormann beurlaubte Frank schließlich am 11. 12. 41 und untersagte seine weitere Verwendung als Redner. Seine weiteren Publikationen, u. a. zur Kolonialfrage, blieben wenig beachtet. Er beging bei Kriegsende Selbstmord.