Walter Gempp

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Feuerwehrexperte

    geboren: 13. September 1878 Rodach bei Coburg gestorben: 2. Mai 1939 Berlin


    Maschinenbaustudium, 1906 zur Berliner Feuerwehr, beauftragt mit dem Aufbau eines motorisierten Löschdiensts (1908 erster Automobil-Löschzug), 1923 Oberbranddirektor der Reichshauptstadt. Gempp widersprach gleich nach dem Reichstagsbrand vom 27. 2. 33 der nationalsozialistischen These von einer kommunistischen Brandstiftung und handelte sich damit erhebliche Schikanen nach dem Berufsbeamtengesetz ein. Er blieb im Reichstagsbrandprozess gleichwohl bei seinen Aussagen (Göring-Verbot für höchste Alarmstufe u. a.) und nährte damit die Gerüchte von einer nationalsozialistischen Tatbeteiligung. Die Rache der Machthaber bestand in Entlassung und im September 37 in Verhaftung und Anklage wegen angeblicher Amtsvergehen. Gempp legte nach der Verurteilung Berufung ein, blieb aber in Untersuchungshaft und wurde wenig später erdrosselt in seiner Zelle aufgefunden.