Walter Mehring

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller

    geboren: 29. April 1896 in Berlin gestorben: 3. Oktober 1981 in Zürich


    Studium der Kunstgeschichte, Kriegsfreiwilliger. Nach expressionistischen Anfängen wurde Mehring als Verfasser satirisch-aggressiver Kabarett-Texte bekannt. Sein Drama "Der Kaufmann von Berlin" (1929) über die Inflationsgewinnler übte ätzende sozialistische Kritik am Bürgertum und brachte dem Autor, der auch mit antifaschistischen Liedern hervortrat, den Hass der Nationalsozialisten ein. Mehring, der sich einmal als "geborener und gelernter Emigrant" bezeichnete, floh 1933 nach Österreich, seine Bücher wurden in Deutschland verboten. 1938 musste er weiter nach Frankreich ausweichen, wo er nach Kriegsbeginn interniert wurde. Er konnte aber 1940 über Marseille in die USA entkommen und lebte nach Kriegsende in der Schweiz. Dort entstand auch sein zeitkritisches Prosawerk "Die verlorene Bibliothek" (englisch 1951, deutsch 1958), das Mehring als "Autobiographie einer Kultur" bezeichnete. 1979 erschienen unter dem Titel "Wir müssen weiter" Fragmente aus der Exilzeit.