Walter von Reichenau

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher General

    geboren: 8. Oktober 1884 in Karlsruhe gestorben: 17. Januar 1942 in Poltawa


    1903 Eintritt ins Heer, im Ersten Weltkrieg Batteriechef und Generalstabsoffizier, Reichswehrkarriere. Befreundet mit Blomberg, wurde Reichenau am 1. 2. 33 Chef des Ministeramts (13. 2. 34 Wehrmachtsamt) im Reichswehrministerium und teilte die Sorgen seines Chefs über die Volksmilizpläne von SA-Führer Röhm. Bei dessen Liquidierung am 30. 6. 34 unterstützte Reichenau daher auch das wohlwollende Stillhalten der Reichswehrführung, die sich danach wieder als "einziger Waffenträger der Nation" fühlen konnte und Hitler durch Vereidigung der Truppe auf den Führer gleich nach Hindenburgs Tod (2. 8. 34) ihren Dank abstattete. Seine Loyalität gegenüber dem nationalsozialistischen Staat bewies Reichenau auch in der Fritsch-Krise, nach der er den Oberbefehl über die 10. Armee bei der Besetzung des Sudetenlands, der "Zerschlagung der Resttschechei" und im Polenfeldzug übernahm. In Frankreich und Russland führte er die 6. Armee, die später in Stalingrad unterging, und machte sich Hitlers These vom "Weltanschauungskrieg" im Osten zu Eigen: Am 10. 10. 41 verkündete Reichenau in einem Tagesbefehl, der Soldat sei auch "Träger einer unerbittlichen völkischen Idee" und müsse volles Verständnis haben "für die Notwendigkeit der harten, aber gerechten Sühne am jüdischen Untermenschentum". Im Dezember 41 übernahm Reichenau den Oberbefehl über die Heeresgruppe Süd, erlag aber bald darauf einem Schlaganfall.