Walther Rauff

    Aus Lexikon Drittes Reich

    SS-Standartenführer (21. 6. 44)

    geboren: 19. Juni 1906 Köthen (Anhalt) gestorben: 14. Mai 1984 Las Condes (Chile)


    Marineoffizier (1. 4. 35 Kapitänleutnant), 1. 5. 37 NSDAP-Beitritt. Rauff wurde am 31. 12. 37 auf eigenen Antrag aus der Marine verabschiedet, fand Anstellung beim SD und trat am 20. 4. 38 der SS bei (Hauptsturmführer). Nach dem Wehrdienst (1. 4. 41 Korvettenkapitän der Reserve) wurde Rauff für die Waffen-SS freigegeben und zur Sicherheitspolizei abgestellt. Im RSHA leitete er danach als SS-Obersturmbannführer die Gruppe II D (Technische Angelegenheiten), der auch das Referat II D 3a (Kraftfahrzeugwesen) unterstand. Es entwickelte den so genannten Gaswagen, mit dem die "Arbeit" der Einsatzgruppen bei der Ermordung der Juden im Osten erleichtert werden sollte. Ab Sommer 42 war Rauff Führer eines Einsatzkommandos in Tunis und später in Oberitalien. Nach dem Krieg in US-Gefangenschaft geraten, konnte er sich, vermutlich mit Hilfe katholischer Geistlicher, nach Südamerika absetzen und lebte ab 1958 in Chile. Ein deutsches Auslieferungsersuchen wurde am 26. 4. 63 vom obersten chilenischen Gerichtshof abgelehnt, da die Rauff zur Last gelegten Verbrechen nach chilenischem Recht verjährt waren. Rauff erregte noch einmal internationales Aufsehen, als es bei seiner Beerdigung in Santiago zu neonazistischen Demonstrationen kam.