Walther von Brauchitsch

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Generalfeldmarschall

    geboren: 4. Oktober 1881 in Berlin gestorben: 18. Oktober 1948 in Hamburg


    während der Kadettenausbildung Leibpage der Kaiserin, 1900 Offizier, im Ersten Weltkrieg Generalstabsaufgaben an der Westfront, 1921 von der Reichswehr übernommen, 1930 Generalmajor. Als Leiter der Heeresausbildungsabteilung besuchte Brauchitsch 1931 die Rote Armee, wurde 1932 Inspekteur der Artillerie und nach weiteren Kommandos am 4. 2. 38 von Hitler zum Nachfolger von Fritsch als Oberbefehlshaber des Heers ernannt und zum Generaloberst befördert. Hitler hatte sich Brauchitsch durch finanzielle Hilfen bei Scheidung und neuer Eheschließung verpflichtet, so dass der ohnehin unpolitische und vorsichtige Soldat nie Widerspruch gegen die von ihm durchaus kritisch gesehene Kriegspolitik wagte. Brauchitsch war daher im Offizierskorps wenig geachtet, woran auch die "Blitzsiege" in Polen, Frankreich und auf dem Balkan wenig änderten. Hitler regierte zunehmend an Brauchitsch vorbei in die Operationsführung hinein, machte ihn, der mehrfach seinen Abschied angeboten hatte, zum Sündenbock für die Winterkrise vor Moskau, entließ ihn am 19. 12. 41 und übernahm selbst den Oberbefehl über das Heer. Am 20. 8. 44 trat Brauchitsch noch einmal mit einem Zeitungsartikel - angeblich zum Schutz gefährdeter Freunde - gegen die Männer des Zwanzigsten Juli hervor, deren Anschlag er als "Wahnsinnstat einer kleinen Zahl Ehrvergessener" wertete. Er starb vor der Eröffnung eines gegen ihn geplanten Militärgerichtsverfahrens in britischer Haft.