Wehrbauer

    Aus Lexikon Drittes Reich

    offizielle Bezeichnung für Landwirte, die auf vom Deutschen Reich eroberten Land neu siedeln und gleichzeitig militärische Funktionen übernehmen sollten. So sahen die langfristigen Planungen Himmlers als "Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums" in den eroberten Gebieten vor, "Jahr für Jahr" deutsche Bauerntrecks nach Osten zu schicken, um dort die "Volkstumsgrenzen" weiter zu verlagern, indem das Gebiet "hinter der Militärgrenze" mit Wehrbauern besiedelt würde. Sie sollten dort die "Fremdvölkischen" verdrängen, so dass anschließend die Grenze wieder weiter in den Osten verlagert werden könnte. Das, was den "Kosaken geglückt ist, für die russischen Zaren sich bis ans Gelbe Meer durchzufressen und das allmählich zu erobern" (Himmler am 3. 8. 44), sollten die deutschen Wehrbauern für den Führer leisten. Als Wehrbauernreservoir galten insbesondere die Angehörigen des HJ-Landdienstes, denen immer wieder für pflichttreuen Einsatz eigenes Siedlungsland versprochen wurde, die aber in der Praxis als billige Arbeitskräfte für Großgüter fungierten.