Wehrmachtbericht

    Aus Lexikon Drittes Reich

    für die Öffentlichkeit bestimmte militärische Bilanz des Oberkommandos der Wehrmacht, die vom 1. 9. 39-9. 5. 45 täglich mit den Mittagsnachrichten über den Rundfunk ausgestrahlt wurde ("Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt"). Die publizierten 2 080 Wehrmachtberichte entstanden in der Amtsgruppe Wehrmachtpropaganda im OKW (Generalmajor Hasso v. Wedel). Von September 39 bis Mai 40 zeigten die weitgehend korrekten Wehrmachtberichte vorsichtige Zurückhaltung, bis November 41 dann erfolgsberauschten Überschwang, dienten danach bis Herbst 44 der mehr oder weniger geschickten Tarnung von Rückschlägen und wurden schließlich nüchterne Liquidationsberichte. Die Darstellung der Entwicklung an den Fronten war durchgehend zuverlässig, Versenkungszahlen und die Zahlen abgeschossener Flugzeuge der Gegner waren sehr oft überhöht, weil die Ermittlung der tatsächlichen Erfolge meist längere Zeit beanspruchte, als jeweils bis zum folgenden Mittag zur Verfügung stand. Versuche des Propagandaministeriums, an der Abfassung der Wehrmachtberichte beteiligt zu werden, konnte das OKW abwehren.