Wehrmachthelferinnen

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Sammelbegriff für das weibliche Hilfspersonal bei Heer, Marine und Luftwaffe. Es gab Nachrichten-, Stabs-, Marine-, Luftwaffen-, Schwestern-, Flak- und Flakwaffenhelferinnen. Sie waren Zivilangestellte der Wehrmacht und hatten trotz Uniformierung keinen militärischen Status ("weibliches Wehrmachtsgefolge"). Nach dem Frankreichfeldzug im Sommer 40 wurden dem Heer die ersten Nachrichtenhelferinnen aus der Personalreserve des DRK zugeteilt. Die Ausbildung erfolgte in der Nachrichtenschule Gießen. Ende 41 kamen zur "Freimachung" von Soldaten aus den Geschäftszimmern der Wehrmacht die Stabshelferinnen hinzu. Flakhelferinnen dienten an Scheinwerfern und im Flugmeldedienst. Am 16. 10. 43 befahl Göring die Aufstellung eines "Flakwaffenhelferinnenkorps". Gemäß Erlass Hitlers über den totalen Kriegseinsatz vom 25. 7. 44 wurde am 29. 11. 44 die Bildung des "Wehrmachthelferinnenkorps" befohlen.

    Im Heer waren bei Kriegsausbruch bereits 140 000 Frauen beschäftigt, im Bereich des Ersatzheers 1943/44 etwa 300 000, davon die Hälfte Dienstverpflichtete. Beim Feldheer und in den besetzten Gebieten dienten 1943/44 rund 8 000 Nachrichten- und 12 500 Stabshelferinnen. Bei der Kriegsmarine waren es einschließlich der Marinehelferinnen rund 20 000 Frauen und die Luftwaffe beschäftigte während des Kriegs etwa 130 000 Frauen. Das Schicksal der Wehrmachthelferinnen bei Kriegsende war oft nicht weniger hart als das der Soldaten: Gefangenschaft, Deportation zur Zwangsarbeit u. a. Über die nicht unerhebliche Zahl der Opfer unter den Wehrmachthelferinnen fehlen genaue Angaben.