Wehrmachtuntersuchungsstelle

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (WUSt.), am 4. 9. 39 in der Rechtsabteilung des Oberkommandos der Wehrmacht gebildete Behörde mit der Aufgabe, "die von den gegnerischen Militär- und Zivilpersonen gegen deutsche Wehrmachtsangehörige begangenen Verstöße gegen das Völkerrecht festzustellen und zugleich die vom Auslande gegen die deutsche Wehrmacht in dieser Hinsicht erhobenen Anschuldigungen aufzuklären". Leiter der Wehrmachtuntersuchungsstelle war der Berliner Rechtsanwalt Johannes Goldsche, der bereits im Ersten Weltkrieg stellvertretender Leiter Militäruntersuchungsstelle für Verletzungen des Kriegsrechts im preußischen Kriegsministerium war. Die Wehrmachtuntersuchungsstelle wurde im August 43 von Berlin nach Torgau an der Elbe verlegt und von dort Ende Februar 45 nach Langensalza in Thüringen. Hier wurde ein Teil der Akten bei Herannahen der Amerikaner verbrannt, der Rest am 9. 4. 45 erbeutet. Von den ursprünglich rund 8 000 Ermittlungsfällen sind 4 000 in 226 Aktenbänden erhalten. Sie wurden 1968 von den USA an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben und befinden sich heute im Bundesarchiv/Militärarchiv in Freiburg i. Br.