Wehrsport

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Leibesübungen zur Hebung der militärischen Tauglichkeit der männlichen Jugend. Da der Nationalsozialismus Erziehung in erster Linie als "Wehrhaftmachung" verstand, war im weiteren Sinne jeder Sport im Dritten Reich Wehrsport. Man knüpfte dabei an bürgerliche Traditionen an, wie sie schon in der Gründung des Reichskuratoriums für Jugendertüchtigung zum Ausdruck gekommen waren. Was in den Geländesport-Arbeitsgemeinschaften der SA begonnen hatte, wurde nach der Machtergreifung offizielles Programm in HJ, SA, SS, NSKK und NSFK: vormilitärische Ausbildung auf Wehrsportbasis.

    Im Vordergrund standen Mannschaftssportarten, die Gemeinschaftserlebnisse vermittelten und der Kameradschaftserziehung dienten, und "Strapazensport" zur Ausdauerschulung wie Gepäckmärsche oder Hindernislauf. Hinzu kamen technische Disziplinen wie Schießen oder Handgranatenwerfen. Die "motorische Wehrerziehung" oblag den Sonderformationen: Flieger- und Motor-HJ, NSFK und NSKK, während in der SS besonders elitäre Formen des Wehrsports gepflegt wurden wie Fechten oder Reiten. Das alles wurde immer wieder öffentlich vorgeführt auf "Wehrkampftagen der SA" oder bei den "NS-Kampfspielen", höchst wirkungsvollen Werbeveranstaltungen. Flug- und Motorsport waren zudem dem Reichssportführer entzogen und konnten nur in nationalsozialistischen Formationen ausgeübt werden. Sie sorgten für Pilotennachwuchs und stellten im Krieg vereinzelt Einheiten für Sonderaufgaben ab (z. B. NSKK-Kompanien zur Sicherung besetzter Gebiete).