Wehrverbände

    Aus Lexikon Drittes Reich

    übergreifende Bezeichnung für die nach Ende des Ersten Weltkriegs entstandenen paramilitärischen Organisationen, in denen sich überwiegend ehemalige politisch und sozial entwurzelte Soldaten und Offiziere sammelten. Die größten Wehrverbände waren Stahlhelm, Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Werwolf, Wiking, ferner die Sturmabteilung (SA). Die mehrheitlich nationalistisch und antiparlamentarisch ausgerichteten Wehrverbände haben durch ihr gewaltbetontes Auftreten besonders in Krisenzeiten entscheidend zur politischen Destabilisierung der Weimarer Republik beigetragen. Die rechten Wehrverbände schlossen sich 1922 in den Vereinigten Vaterländischen Verbänden Deutschlands zusammen und erhielten als Reichswehrersatz (besonders im Bereich des Grenzschutzes) zeitweise offizielle staatliche Funktionen. 1933 wurden die Wehrverbände aufgelöst oder von den paramilitärischen Organisationen der NSDAP übernommen.