Weiße Rose

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Name einer studentischen Widerstandsgruppe in München um die Geschwister Hans und Sophie Scholl, C. Probst, W. Graf, A. Schmorell und den Professor K. Huber; Kontakte liefen zu Studentengruppen in Hamburg, Freiburg, Berlin und Wien. Aus Empörung über die sittliche und politische Kapitulation des deutschen Bildungsbürgertums wandte sich die Weiße Rose 1942/43 mit Flugblättern und Inschriften auf Hauswänden wie "Der Geist lebt" oder "Nieder mit Hitler" an die Öffentlichkeit und besonders auch an die Studenten, um über den Terror des nationalsozialistischen Unrechtsstaats, seine Vergehen an Juden und Polen, die geistige Verführung der Jugend und die sich verschlechternde Kriegslage zu informieren. Die Weiße Rose wollte den Teufelskreis durchbrechen, in dem "jeder wartet, bis der andere anfängt", und so alle schuldig werden. Es ging ihr nicht um einen Staatsstreich, wenngleich sie wusste, "daß die nationalsozialistische Macht militärisch gebrochen werden muß". Die Weiße Rose wollte vielmehr zur Sabotage und zum passiven Widerstand aufrufen, um "den Nationalsozialismus zu Fall zu bringen" und "eine Erneuerung des schwerverwundeten deutschen Geistes von innen her zu erreichen". Besonderes Aufsehen erregte das letzte Flugblatt der Weißen Rose, das von den Geschwistern Scholl am 18. 2. 43 in hoher Auflage in der Eingangshalle der Münchner Universität verstreut wurde und umgehend durch Denunziation des Hausmeisters zu ihrer Verhaftung führte. Es mahnte: "Der Tag der Abrechnung ist gekommen, der Abrechnung der deutschen Jugend mit der verabscheuungswürdigsten Tyrannis, die unser Volk je erduldet hat", und forderte die "Erkämpfung unserer freien Selbstbestimmung, ohne die geistige Werte nicht geschaffen werden können" und "die Brechung des nationalsozialistischen Terrors aus der Macht des Geistes". Die Geschwister Scholl und C. Probst wurden nach einer Verhandlung vor dem Volksgerichtshof unter Freisler am 22. 3. 43 hingerichtet, ihre Freunde folgten ihnen in den nächsten Monaten in den Tod.