Weimarer Koalition

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Koalition aus der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), dem Zentrum (Z) und der Deutschen Demokratischen Partei (DDP, ab 1930 der Deutschen Staatspartei) in der Weimarer Republik, d. h. der Parteien, die als einzige von Anfang an und entschieden für die republikanische Staats- und Regierungsform eintraten. Die (spätere) Weimarer Koalition hatte erstmals in der Friedensresolution der Mehrheitsparteien des Reichstags (der SPD, des Zentrums und der Fortschrittlichen Volkspartei, der Vorgängerin der DDP) vom Juli 17 Konturen gewonnen. Von den 19 Reichsregierungen der Republik wurden die erste (Februar 19) und bis 1922 weitere vier von der Weimarer Koalition gebildet; außerdem waren SPD, Zentrum und DDP an drei Regierungen der Großen Koalition beteiligt (1923 und 1928-30).

    Bei den Wahlen zur verfassunggebenden Nationalversammlung (Januar 19) erhielten die Parteien der Weimarer Koalition zusammen 76,2 % der Stimmen; sie verloren aber diese Mehrheit bei den Reichstagswahlen der folgenden Jahre: Ihr Stimmenanteil sank von 43,6 % (1920) auf 33,3 % (November 32). Die Stimmenverluste vor allem der DDP (1919: 18,6 %, 1932: 1,0 %), aber auch der SPD (1919: 37,9 %, November 1932: 20,4 %), kamen weitgehend den radikalen Parteien, insbesondere der KPD und noch mehr der NSDAP, zugute.