Werner Best

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker und SS-Obergruppenführer (1944)

    geboren: 10. Juli 1903 Darmstadt gestorben: 23. Juni 1989 Mülheim/Ruhr


    Jurist; im Ruhrkampf zweimal von den Franzosen verhaftet; 1929 Gerichtsassessor, 1931 entlassen wegen der Mitautorschaft der so genannten Boxheimer Dokumente über nationalsozialistische Pläne zur Machtübernahme. Best, seit 1930 NSDAP-Mitglied, wurde im März 33 zum Staatskommissar für das Polizeiwesen und im Juli 33 zum Landespolizeipräsidenten in Hessen ernannt. 1935 wechselte er nach Berlin zur Gestapo und wurde deren oberster Rechtsberater und als SS-Standartenführer Chef des Amts Verwaltung und Recht im Hauptamt Sicherheitspolizei im Innenministerium. Er war wichtigster Mitarbeiter Heydrichs beim Aufbau des Sicherheitsdiensts (SD) der SS. Als Leiter des Amts II des Reichssicherheitshauptamts (RSHA) September 39-Juni 40 soll Best mitverantwortlich für Massaker in Polen gewesen sein. 1940-42 kämpfte er in der Militärverwaltung in Frankreich gegen die Résistance. Von November 42 bis Kriegsende regierte Best Dänemark als Reichsbevollmächtigter. Der bedenkenlose Machttechniker scheint hier ein wenig von den von ihm mitentwickelten Methoden des Polizeiterrors abgerückt zu sein und zur Rettung der dänischen Juden beigetragen zu haben. Dennoch wurde er 1949 in Kopenhagen zum Tod verurteilt. Zu zwölf Jahren Haft begnadigt und schon 1951 entlassen, kehrte Best nach Deutschland zurück und war Rechtsberater des Stinneskonzerns. Wegen der Morde in Polen wurde er im Februar 72 angeklagt, blieb aber aus Gesundheitsgründen unbehelligt, ohne dass die Anklage formal zurückgezogen wurde.