Werner Freiherr von Fritsch

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher General

    geboren: 4. August 1880 in Benrath (heute zu Düsseldorf) gestorben: 22. September 1939 bei Warschau


    1907-10 Kriegsakademie, im Ersten Weltkrieg Generalstabsstellungen, verschiedene Aufgaben als Vertrauter Seeckts beim Aufbau der Reichswehr, 1. 10. 32 Generalleutnant. Am 1. 2. 34 wurde Fritsch Chef der Heeresleitung (2. 5. 35 Umbenennung in Oberbefehlshaber des Heers) und billigte Hitlers Vorgehen gegen die SA bei der so genannten Röhm-Affäre (30. 6. 34), die der Reichswehr vorübergehend die Position als einziger Waffenträger der Nation sicherte. Überzeugt von der Notwendigkeit eines Kriegs und Befürworter der Aufrüstungspolitik, stemmte sich Fritsch doch gegen das rasante Ausbautempo Hitlers und opponierte am 5. 11. 37 gegen dessen Gewaltpläne (Hoßbach-Niederschrift). Er wurde daher in der Fritsch-Krise unter dem Vorwurf angeblicher Homosexualität am 4. 2. 38 gestürzt. Seine Rehabilitierung durch das Reichskriegsgericht im März 38 ging in der Euphorie des Anschlusses Österreichs unter. Fritsch erhielt nur noch die Ehrenstellung als Chef des Artillerieregiments 12 und fiel im Polenfeldzug.