Werner Heyde

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Arzt

    geboren: 25. April 1902 Forst (Lausitz) gestorben: 13. Februar 1964 Butzbach


    nach dem Medizinstudium 1933 NSDAP-Beitritt, Arzt bei der SS im Rang eines SS-Standartenführers. Heyde war früh mit Planungen zur "Vernichtung unwerten Lebens" befasst, ab 1939 Professor für Psychiatrie und Neurologie und als Leiter des Reichsverbands deutscher Krankenhäuser und Sanatorien sowie der Organisation T4 (Verwaltungszentrum des Euthanasie-Programms in der Berliner Tiergartenstr. 4) für die Ermordung von mehr als 100 000 Kranken und Behinderten verantwortlich. Heyde leitete selbst eine Gruppe von Psychiatern, mit der er in zahlreichen KZ Gefangene auf ihren Geisteszustand untersuchte und zur Tötung "selektierte". Nach dem Krieg konnte er aus amerikanischer Gefangenschaft entkommen, wurde 1946 von einem deutschen Gericht in Abwesenheit zum Tod verurteilt, praktizierte dann über Jahre als Arzt und staatlicher Gutachter in Flensburg unter dem Namen Dr. Fritz Sawade und erhielt dabei Rückendeckung von hochgestellten schleswig-holsteinischen Beamten. 1959 stellte sich Heyde selbst dem Gericht, beging aber einige Tage vor Prozessbeginn Selbstmord.