Werner Karl Heisenberg

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Physiker

    geboren: 5. Dezember 1901 in Würzburg gestorben: 1. Februar 1976 in München


    Als Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik in Berlin gehörte Heisenberg zu den wichtigsten deutschen Physikern, die nach der Machtübernahme nicht das Land verließen. Heisenberg hatte besonders durch seine Arbeiten zur Quantenmechanik in den späten 20er Jahren das moderne naturwissenschaftliche Denken und die Entwicklung der Atomphysik nachhaltig beeinflusst (Nobelpreis 1932), von nationalsozialistischen Kollegen wurde er jedoch als "theoretischer Formalist" und als "Ossietzky der Physik" (Das Schwarze Korps, 1937) wegen seines unorthodoxen Denkens diffamiert. Erst ein Prozess sicherte ihm die Erlaubnis, weiterhin über Einsteins Relativitätstheorie zu lesen. Heisenberg erkannte zwar die Gefahren einer militärischen Nutzung der Atomenergie, setzte aber sein Forschungsprogramm fort, das auf längere Sicht der Wehrmacht die Verfügung über Atomwaffen hätte verschaffen können. Er begegnete dem durch Ausweichmanöver und konnte so das Entwicklungstempo erfolgreich verschleppen. Nach dem Krieg wurde Heisenberg zusammen mit O. Hahn u. a. kurzfristig in England interniert, übernahm später die Leitung des Max-Planck-Instituts für Physik und wandte sich gegen eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr.