Werner Krauss

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schauspieler

    geboren: 23. Juni 1884 Gestungshausern (Oberfranken) gestorben: 20. Oktober 1959 Wien


    Krauss zählt zu den größten deutschen Charakterdarstellern des 20. Jahrhunderts, hatte zunächst am Theater (u. a. in Berlin bei Max Reinhardt) und in über 100 Stummfilmrollen Ruhm erworben, gehörte dann mit George, Gründgens und Jannings zu den bedeutendsten und meistgeehrten Schauspielern des Dritten Reichs. Die Nationalsozialisten ernannten den als eitel und ehrgeizig geltenden Krauss zum Preußischen Staatsschauspieler und Mitglied des Präsidialrats der Reichstheaterkammer. Als Filmidol wirkte Krauss in zahlreichen propagandistischen Filmen als positiver Held wie auch als besonders unsympathischer Gegenspieler (u. a. von "Robert Koch", 1939, und "Bismarck", 1940) und durch karikaturhaft überzeichnete jüdische Charaktere ("Jud Süß", 1940), wofür er nach 1945 einige Jahre Auftrittsverbot erhielt. Nach dem Krieg konnte der vielseitige und anpassungsfähige Krauss Ehrungen in Österreich wie in der Bundesrepublik (Bundesverdienstkreuz) entgegennehmen.