Werwolf

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutsche Partisanenorganisation aus der letzten Phase des Zweiten Weltkriegs: Der erste Werwolf war eine militärische Organisation, die im Sommer 44 unter dem "Generalinspekteur für Spezialabwehr beim Reichsführer SS", Obergruppenführer Hans-Adolf Prützmann (gestorben Mai 45) gebildet wurde (Ausbildungszentrum Schloss Hülchrath), der zweite Werwolf eine politisch-revolutionäre, als "Volksaufstand" inszenierte Bewegung. Sie wurde am Abend des 1. 4. 45 (Ostersonntag) von Goebbels über den Sender "Werwolf" auf der Welle des alten Deutschlandsenders proklamiert. Beide Organisationen blieben mangels Personal und Material in den Anfängen stecken.

    Die Kommandos zeichneten sich weniger durch Bekämpfung der Besatzungstruppen aus als durch Liquidierung "innerer Feinde" des Nationalsozialismus. Spektakulärste Aktion war die Ermordung des von den Amerikanern eingesetzten Oberbürgermeisters von Aachen, Franz Oppenhoff, am 25. 3. 45 durch SS-Unterscharführer Josef Leitgeb (gestorben 27. 3. 45) und einer aus fünf Männern und einer Frau bestehenden Gruppe. Sie war am 20. 3. mit einer Beute-B-17 von Hildesheim gestartet. Nach der Landung per Fallschirm erschoss sie den belgischen Grenzposten Jost Saive. Eine andere Mordtat war die "Hinrichtung" von acht Bürgern der bayerischen Stadt Penzberg durch ein Werwolf-Kommando unter Führung des SA-Brigadeführers Zöberlein am 28./29. 4. 45. Noch im April 85 wurde in Waldshut der ehemalige Oberleutnant Kurt Rahäuser verurteilt, weil er seiner Werwolf-Gruppe Ende April 45 im Wiesental im südlichen Schwarzwald die Erschießung von acht litauischen und russischen Fremdarbeitern befohlen hatte.

    "Werwolf" hieß auch das Führerhauptquartier bei Winniza in der Ukraine.