Wewelsburg-Niederhagen

    Aus Lexikon Drittes Reich

    nationalsozialistisches KZ bei Paderborn (Westfalen), zwischen Dorf und Burg Wewelsburg und dem "Niederen-Hagen"-Wald gelegen, eingerichtet im Januar 40 als Außenkommando des KZ Sachsenhausen und zunächst mit etwa 300 Häftlingen – fast ausnahmslos Ernste Bibelforscher – belegt. Vom 1. 9. 41 an war Wewelsburg-Niederhagen selbständiges KZ mit einer Belegungszahl von etwa 1 200 Häftlingen, die aus anderen Lagern überführt worden waren (deutsche und ausländische der verschiedensten Kategorien: Politische, Kriminelle, Asoziale, Homosexuelle u. a.). Im Mai 43 wurde Wewelsburg-Niederhagen als selbständiges KZ aufgelöst und blieb lediglich als kleines Restaußenkommando des KZ Buchenwald (etwa 50 Bibelforscher) bestehen. Am 2. 4. 45 erreichten alliierte Truppen das Lager.

    Die Häftlinge arbeiteten am Aufbau und an der Erweiterung der Lagerbaracken und waren bei Bauarbeiten an der 1933/34 auf der Wewelsburg eingerichteten SS-Reichsführerschule beschäftigt. Außerdem waren sie in verschiedenen Arbeitskommandos auf Grundstücken im Dorf eingesetzt, wo im Laufe der Zeit eine SS-Siedlung entstehen sollte. Die Häftlingsverpflegung war – insbesondere in Anbetracht der harten Arbeitsbedingungen – völlig unzureichend. Viele der Fronarbeiter starben an Hunger, Erschöpfung, Misshandlungen durch SS-Wachpersonal oder Kapos. Manche versuchten aus Verzweiflung durch die Wachtpostenkette zu entkommen und wurden daraufhin ohne Anruf erschossen.