Wilhelm Frick

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 12. März 1877 in Alsenz bei Meisenheim gestorben: 16. Oktober 1946 in Nürnberg


    Jurastudium, 1904 Eintritt in die bayerische Staatsverwaltung, 1919 als Oberamtmann Leiter der politischen Polizei. Frick sympathisierte früh mit der NSDAP, deckte Straftaten von Rechtsextremisten, nahm am Hitlerputsch vom 9. 11. 23 teil und wurde zu 15 Monaten Festungshaft verurteilt. Die Nationalsozialistische Freiheitsbewegung (Ersatzorganisation der verbotenen NSDAP) aber ersparte ihm durch Entsendung in den Reichstag (4. 5. 24) den Antritt der Strafe. Als MdR war Frick seit 1928 Fraktionsführer der NSDAP und wurde am 23. 1. 30 erstes nationalsozialistisches Mitglied einer Landesregierung als Innen- und Volksbildungsminister in Thüringen, wo er gegen "Neger- und Jazzkultur" zu Felde zog, Gebetsvorschriften für die Schulen erließ und den Rasseideologen Günther zum Professor ernannte.

    Hitler berief Frick als zunächst einzigen nationalsozialistischen Fachminister ins Innenressort seiner Regierung der "nationalen Erhebung" (30. 1. 33). Über seine Reichsstatthalter übernahm Frick im Zuge der Gleichschaltung die Regierungsgewalt in den Ländern. Er prägte maßgeblich durch seine entscheidenden Beiträge zu zahlreichen Gesetzen (u. a. Deutsche Gemeindeordnung, Berufsbeamtengesetz), insbesondere den antisemitischen Nürnberger Gesetzen, den Rechtsalltag im Dritten Reich. Die Polizeiführung allerdings blieb ihm zunächst in Preußen durch Göring, später insgesamt durch Himmler entzogen, immerhin schuf aber Frick durch die Übertragung der Polizeihoheit von den Ländern auf das Reich die Voraussetzung für die spätere Allgewalt der SS. Im Krieg ging Fricks Einfluss ständig zurück. Am 24. 8. 43 verlor er sein Ressort an Himmler, blieb aber Minister ohne Geschäftsbereich und fungierte als Reichsprotektor in Böhmen und Mähren neben seinem Stellvertreter und eigentlichem Machthaber K. H. Frank.


    Als Architekt des Polizeistaats und Mitinitiator des Terrorsystems der Konzentrationslager wurde Frick wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen, als Angehöriger der nationalsozialistischen Führung wegen der Planung eines Angriffskriegs vom Nürnberger Militärtribunal am 1. 10. 46 zum Tod durch den Strang verurteilt.