Wilhelm Keppler

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 14. Dezember 1882 Heidelberg gestorben: 13. Juni 1960 Friedrichshafen


    Der Ingenieur und Chemiefabrikant Keppler, seit 1927 Mitglied der NSDAP, wurde im Dezember 31 von Hitler zum Wirtschaftsberater der NSDAP ernannt. Um die Kontakte der Partei zu Wirtschaft und Industrie zu verstärken, gründete er den so genannten Keppler-Kreis. Im Juli 33 wurde Keppler zum Kommissar für Wirtschaftsfragen in der Reichskanzlei ernannt; ihm unterstanden alle wirtschaftspolitischen Organisationen der Partei. Ab 1934 war er mit dem Problem der Sicherstellung und Auswertung von Rohstoffen befasst (Rohstoffwirtschaft). Ab 1935 SS-Mitglied, gründete Keppler den Freundeskreis Himmler, der die SS mit erheblichen Spenden aus der Privatwirtschaft versorgte. Da er als weich und langsam galt, wurden Kepplers Tätigkeiten 1936 vom Vierjahresplan übernommen, er selbst mit dem Titel "Generalsachverständiger für deutsche Roh- und Werkstoffe" abgespeist. 1938 war Keppler kurze Zeit Reichskommissar von Österreich, danach bis 1945 Staatssekretär zur besonderen Verwendung im Auswärtigen Amt. Der Nürnberger Militärgerichtshof verurteilte ihn am 14. 4. 49 zu zehn Jahren Gefängnis, am 1. 2. 51 wurde Keppler jedoch bereits begnadigt.