Wilhelm Kube

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 13. November 1887 Glogau gestorben: 22. September 1943 Minsk


    Studium der Geschichte und Staatswissenschaft, journalistische Tätigkeit, früh in völkisch-antisemitischen Gruppierungen und Parteien aktiv. 1919 trat Kube der DNVP bei, gründete die "Bismarck-Jugend", geriet aber bald aus privaten Gründen in Konflikt mit der Partei und verließ sie 1923. Nach mehreren Stationen in anderen nationalistischen Organisationen kam Kube 1924 für die Nationalsozialistische Freiheitspartei in den Reichstag, trat 1928 zur NSDAP über und wurde deren Fraktionsführer im preußischen Landtag. Von sechs Abgeordneten wuchs die NSDAP unter seiner Ägide im April 32 auf 162 an, lieferte den anderen Parteien Saalschlachten und trug mit Straßenterror zum Preußenschlag bei. Kube rief 1932 die Glaubensbewegung Deutsche Christen ins Leben als nationalsozialistische fünfte Kolonne in der evangelischen Kirche. 1933 wurde er Gauleiter der Ostmark (Frankfurt an der Oder) und Oberpräsident von Brandenburg. 1936 endete seine Karriere vorläufig nach Aufdeckung seiner Autorschaft an einem anonymen Brief, in dem Parteirichter Buch, Bormanns Schwiegervater, der Ehe mit einer Halbjüdin bezichtigt worden war. Kube verlor alle Ämter, behielt aber den Titel Gauleiter und wurde am 17. 7. 41 als Generalkommissar für Weißruthenien mit Sitz in Minsk reaktiviert. Der rabiate Antisemit Kube erlebte dort die Gräuel der SS im Rahmen der Endlösung und begann, v. a. als Juden aus Deutschland erschossen wurden, einen aussichtslosen Kampf gegen die Mordaktion ("eines deutschen Menschen nicht würdig"). Sein Versuch, Juden durch Beschäftigung in einer eigens gegründeten Panjewagenfabrik zu retten, brachte ihn in den Ruf der "Judenhörigkeit". An Stalin, der ein Verblassen des deutschen Feindbilds fürchtete, scheiterten seine Bemühungen um die weißrussische Bevölkerung durch maßvolle Besatzungspolitik. Kube wurde von einer als Dienstmädchen eingeschleusten sowjetischen Partisanin umgebracht.