Wilhelm Pieck

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 3. Januar 1876 in Guben (Oder) gestorben: 7. September 1960 in Ost-Berlin


    Vor dem Ersten Weltkrieg war Pieck hauptamtlicher Sekretär der SPD, gehörte dann dem Spartakusbund an und 1919 zu den Mitbegründern der KPD. Als einer der wichtigsten kommunistischen Politiker der Weimarer Republik (1928-33 MdR, Leiter der "Roten Hilfe", Mitglied im ZK der KPD) musste Pieck 1933 ins Exil fliehen und übernahm nach der Verhaftung Thälmanns die Exilführung der KPD. 1935 konnte Pieck zusammen mit Ulbricht einen politischen Kurswechsel durchsetzen, nachdem er selbstkritisch festgestellt hatte, dass die KPD ihren "Hauptangriff gegen die Sozialdemokratie noch in einer Zeit" richtete, in der sie diesen "gegen die faschistische Bewegung hätte richten müssen". Während des Kriegs in Moskau gehörte Pieck 1943 zu den Mitbegründern des Nationalkomitees "Freies Deutschland". 1946 kehrte er mit der Gruppe Ulbricht nach Deutschland zurück, übernahm 1946 gemeinsam mit Otto Grotewohl den Vorsitz der SED und war von 1949-60 erster Staatspräsident der DDR.