Wilhelm Weiß

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Journalist

    geboren: 31. März 1892 Stadtsteinach (Oberfranken) gestorben: 24. Februar 1950 Wasserburg am Inn


    im Ersten Weltkrieg begeisterter Soldat. Nach Kriegsende schloss sich Weiß Freikorps und paramilitärischen rechten Organisationen an. 1921 leitete er die Redaktion der Zeitschrift der Bayerischen Heimatwehr "Heimatland"; 1922 trat er der NSDAP bei, beteiligte sich am Marsch auf die Feldherrnhalle und war von 1924-26 Chefredakteur des anstelle des verbotenen "Völkischen Beobachters" erscheinenden "Völkischen Kuriers". Als enger Mitarbeiter Rosenbergs gehörte Weiß ab dem 1. 1. 27 zur Redaktionsleitung des "Völkischen Beobachters", war ab 1933 stellvertretender und von 1938 an Hauptschriftleiter. Daneben leitete er die Redaktionen des Eher-Verlags und war Vorsitzender des Reichsverbands der Deutschen Presse. Als einer der wichtigsten Pressefunktionäre des Dritten Reichs sorgte Weiß dafür, dass der Journalismus kein "Mittelklasse-Geschäft" von "zarten Seelen" mehr war; für seine Verdienste um die Gleichschaltung der deutschen Presse erhielt er zahlreiche Ehrungen und Orden, wurde MdR und in den Reichskultursenat berufen. Nach Kriegsende wurde Weiß von einer Münchner Spruchkammer zu drei Jahren Arbeitslager, teilweisem Vermögenseinzug und zehn Jahren Berufsverbot verurteilt.