Wilhelmstraßenprozess

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Verfahren vor dem Militärgerichtshof V der USA gegen den Staatssekretär im Auswärtigen Amt (in der Berliner Wilhelmstraße) Weizsäcker und 20 andere; größter und letzter der Nürnberger Prozesse (Fall 11). Von den 21 Angeklagten waren 18 Minister und hohe Beamte der Zivilverwaltung des Dritten Reichs. Sie wurden beschuldigt, Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen – u. a. Mitschuld am Lynchen abgesprungener Flieger und der Ermordung und Misshandlung von Kriegsgefangenen –, Verbrechen gegen die Menschlichkeit – namentlich gegen die Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten – begangen zu haben und Mitglieder einer verbrecherischen Organisation gewesen zu sein.

    Durch Urteil vom 11. 4. 49 wurden 19 Angeklagte teilweise unter Freisprechung von Anklagepunkten zu Freiheitsstrafen zwischen drei Jahren zehn Monaten und 25 Jahren verurteilt und zwei Angeklagte freigesprochen. Durch Berichtigungsbeschluss vom 12. 12. 49 wurden die Strafen von drei Verurteilten, u. a. die für Weizsäcker, von jeweils sieben auf fünf Jahre herabgesetzt. Soweit die Verurteilten die Strafen noch nicht verbüßt hatten, milderte sie US-Hochkommissar McCloy am 31. 1. 51 im Gnadenweg.