Willi Münzenberg

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 14. August 1889 Erfurt gestorben: 1940 bei Caugnet (Frankreich)


    Münzenberg lernte in einer Schuhfabrik und schloss sich 1906 der Sozialistischen Jugend an. 1910-14 lebte er in Zürich, arbeitete dort mit Lenin zusammen und wurde 1914 Sekretär der Sozialistischen Jugendinternationale. Münzenberg ging nach Berlin, trat dort 1919 dem Spartakusbund bei und gründete 1921 die Internationale Arbeiterhilfe, deren 1. Vorsitzender er zugleich war. 1924-33 war er Mitglied des Reichstags und ab 1927 Mitglied des ZK der KPD. Münzenberg tat sich besonders hervor in der Organisation des kommunistischen Verlags- und Filmwesens, er galt als "Roter Pressezar" (u. a. "Arbeiter-Illustrierte-Zeitung"). 1933 emigrierte er nach Frankreich, kämpfte dort publizistisch (u. a. Mitarbeit am Braunbuch) gegen den Nationalsozialismus und war Mitinitiator der Volksfront. Wegen der Stalinschen Säuberungen kam es zur Entfremdung zwischen Münzenberg und der KPD, die ihn 1937 ausschloss. Der Deutsch-Sowjetische Nichtangriffsvertrag vom 23. 8. 39 brachte den völligen Bruch. Zum letzten Mal wurde Münzenberg am 21. 6. 40 auf der Flucht vor den deutschen Truppen gesehen, im November 40 fand man seine Leiche. Man vermutet, dass Münzenberg sowjetischen Agenten zum Opfer fiel.