William Joyce

    Aus Lexikon Drittes Reich

    irisch-deutscher Propagandist

    geboren: 24. April 1906 New York gestorben: 3. Januar 1946 London (hingerichtet)


    als Sohn irischer Einwanderer gebürtiger Amerikaner, 1909 Rückwanderung der Familie nach Irland, 1921 nach England ohne Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft. Der begabte Student Joyce schloss sich den britischen Faschisten Mosleys an und wurde dessen Propagandachef. Nach dem Fiasko in den Wahlen von 1937 trennte er sich von Mosley, erschwindelte einen britischen Pass und reiste am 26. 8. 39 nach Berlin. Am 18. 9. 39 erhielt Joyce eine Anstellung beim deutschen Rundfunk für antibritische Propagandasendungen und wurde am 26. 9. 40 deutscher Staatsbürger. Seine Programme hatten in England außergewöhnliche Erfolge (1940 Einschaltquoten bis zu 50 %), was nicht zuletzt auf den näselnden, elitären Oxford-Tonfall seiner Stimme zurückzuführen war, der ihm den Spitznamen "Lord Haw-Haw" einbrachte. Der fanatische Antisemit und Hitler-Verehrer wurde am 28. 5. 45 von einer britischen Streife verhaftet, am 16. 6. 45 nach London verbracht und dort zum Tod verurteilt, die Berufung wurde am 18. 12. 45 vom Oberhaus verworfen. Der erschlichene britische Pass war Joyce zum Verhängnis geworden, weil daraus die Berechtigung zur Unterstellung unter britische Jurisdiktion abgeleitet wurde.