Winterkrieg

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Bezeichnung für die Feindseligkeiten zwischen Finnland und der Sowjetunion vom 30. 11. 39-12. 3. 40. Moskau hatte im Oktober 39 von Finnland, das im Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffsvertrag zur sowjetischen Interessensphäre geschlagen worden war, Stützpunkte für die Rote Armee und Grenzkorrekturen ultimativ gefordert und war nach Ablehnung zum Angriff übergegangen. Der erwartete rasche finnische Zusammenbruch blieb aus, obwohl die Sowjets mit 450 000 Mann und massiver Luft- und Panzerunterstützung gegen die kaum gerüstete finnische Reservistenarmee von 215 000 Mann antraten. Arktische Kälte (bis -50°C) und das nach den stalinistischen Säuberungen geschwächte Offizierskorps verhinderten sowjetische Erfolge. Erst die Mobilisierung weiterer 500 000 Rotarmisten unter Marschall Timoschenko brachte die Entscheidung im Winterkrieg, allerdings nicht im von Stalin gewünschten Umfang. Er sah sich zum raschen Frieden gezwungen wegen britisch-französischer Planungen für ein Einsatzkorps, das zugleich Deutschland von den schwedischen Erzlieferungen hätte abschneiden können. Mit dem Verlust von – nach sowjetischen Angaben – (finnische Verluste 25 000 Tote) 207 000 Soldaten erkaufte die Sowjetunion Gebietsgewinne von 35 000 km², einige Stützpunkte und einen Nichtangriffsvertrag, den Finnland am 26. 6. 41 nach dem deutschen Angriff gegen Russland kündigte, einem Angriff, den Hitler nicht zuletzt wegen des Versagens der Roten Armee im Winterkrieg wagte. Das OKW hatte schon am 31. 12. 39 festgestellt, die sowjetischen Streitkräfte seien "kein Gegner".