Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow

    Aus Lexikon Drittes Reich

    sowjetischer Politiker

    geboren: 9. März 1890 in Kukarka gestorben: 8. November 1986 in Moskau


    (ursprünglich W. M. Skrjabin), ab 1906 Bolschewik, Redakteur der Parteizeitung "Prawda" (Pseudonym Molotow = der Hammer); enger Mitarbeiter Stalins; 1921-57 Mitglied des Zentralkomitees der KPdSU, 1926-57 in deren Politbüro; 1930-41 Vorsitzender des Rats der Volkskommissare, danach stellvertretender Vorsitzender. "Der Buchhalter" (Lenin über Molotow) wurde am 3. 5. 39 im Verhandlungsvorfeld des Kriegs Außenminister, weil sein jüdischer Vorgänger Litwinow eine Öffnung zum nationalsozialistischen Deutschen Reich blockierte. Der Deutsch-Sowjetische Nichtangriffsvertrag vom 23. 8. 39 und sein geheimes Zusatzprotokoll waren nicht zuletzt Molotows Werk, das der von Stalins "Säuberungen" geschwächten Roten Armee entscheidenden Zeitgewinn brachte und Hitler die nötige Rückendeckung zur Entfesselung des Kriegs. Dass dieser die Sowjetunion nicht verschonen würde, wusste Molotow und sorgte im Frühjahr 41 für Sicherung in Fernost durch einen Neutralitätsvertrag mit Japan. Er rettete Moskau im Winter 41 nach der deutschen Kriegserklärung (22. 6. 41). Nach Krieg und Stalins Tod verlor Molotow im Zuge der Entstalinisierung an Einfluss und schließlich alle Ämter. 1962 aus der Partei ausgeschlossen, wurde er bei abkühlendem weltpolititischem Klima am 94. Geburtstag wieder aufgenommen.